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Auszüge aus Neos Lyrik

Märchen

aus "...aus alter Feder"

Im Märchen stehst Du vor dem Berg,
Der Prinz, der Drache, Königin,
Der Ritter, Bettler und der Zwerg,
Kannst Du mir sagen, wer ich bin?

Im Märchen läuft das Leben rund,
Ohne Kanten, ohne Ecken,
Die Welt ist einfach, schön und bunt,
Der beste Ort sich zu verstecken!

Im Märchen sind die Flüsse blau,
Der Himmel hoch, die Täler tief,
Die Helden stark und schön die Frau,
In dieser Welt geht gar nichts schief.

Im Märchen siegen gute Mächte,
Das Böse ist dort fern von Dir,
Wir reden uns durch lange Nächte,
Wie ein Traum erscheint es mir...

In unserem Märchen sind wir richtig,
Schreiben unser eigenes Lied,
In dieser Welt bist Du nur wichtig,
Was immer kommt, was auch geschieht!

Das Leid auf Erden

aus "Mein kleines Leben"

Und der Regen tröpfelt leise,

nach vollendet langer Reise,

An das Fenster eines Zimmers,

wo durchflutet hellen Schimmers,

einer halbverbrannten Kerze,

und mit trägem, müdem Herze,

ein Mädchen auf dem Boden kauert,

einsam weint und träumt und trauert,

Ihres Haares blonde Strähne

im Gesicht und eine Träne

glänzt in ihrem klaren Blick,

Doch es gibt nun kein zurück...

Und es dringt des Messers Schneide

Tief ihr in die Eingeweide,

Dringt ihr in ihr junges Leben,

und beendet all ihr Streben,

Nach Hoffnung Freiheit Glück und Liebe,

Alles was ihr nun noch bliebe,

Sind die Träume ihres Lebens,

Doch die Träumte sie vergebens,

Denn alles was sie hier noch bindet,

löst sich, stirbt es flieht es schwindet,

Langsam löst sich ihre Hand,

sinkt herab auf ihr Gewand,

welches rot und blutdurchtränkt,

an dem Toten Körper hängt.

Traurig tröpfelt weiter leise,

in monotoner, stiller weise,

An das Fensterglas der Regen,

und erteilt den letzten Segen,

dem Mädchen, dessen starren Hände,

liegen an des Messers Ende...

Kalt und starr liegt ihr Gesicht,

beleuchtet von dem fahlen licht,

einer abgebrannten Kerze,

Ein Bild von Trauer Leid und Schmerze...

Doch es verwäscht der kalte Regen,

auf steten, nassen, feuchten Wegen,

alle Spuren alle Zeichen,

was das Mädchen liess erbleichen,

Und sie wird vergessen werden,

wie sie vergass das Leid auf Erden...

Die Nacht

aus "Hinterm Horizont"

In mir lebt der Puls der Nacht,

Der Puls der bebt, der schlägt, der wacht,

Der mich durch das Leben leitet,

Große Stunden mir bereitet,

Zwischen Sternen, dunklen Wegen,

Zwischen Menschen, stillem Segen,

Der für mich schlägt, der mich belebt,

Der nach weiter Freiheit strebt.

So ziehe ich durch dunkle Weiten,

Lasse mich vom Pulsschlag leiten,

Ruhe tief in meinem Leben,

Werde niemals mehr aufgeben,

Was die Nacht mir immer gibt,

Und was mein Herz an ihr so liebt...!

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